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Ziele/Aufgaben/Ethik
Legenden entstehen zu allen Zeiten und in
allen Kulturkreisen als Erkenntnnisse aus der Auseinandersetzung
des Menschen mit der Welt in ihm und um ihn. Sie berichten
in historischem Gewande, was als ethische Wahrheit und Leitlinie
menschlichen Verhaltens zu allen Zeiten gilt. Sie wollen Orientierungshilfen
in menschlichen Krisensituationen geben und Zukunftshoffnungen
vermitteln. Es geht ihnen nicht um die Wahrheit der Tatsachen,
sondern um die Wahrheit des Möglichen.
So nimmt die Legende in der Darstellung
des Heiligenschicksals etwas vorweg, was in der persönlichen
Krisensituation ihres Hörers noch aussteht: den Sieg
über die irdischen Mächte und inneren Zwänge.
Der Jäger steht hier nur als Symbol
stellvertretend für den Menschen, der in seiner Orientierungslosigkeit
nicht zur Verantwortung findet.
In diesem übertragenen Sinne ist die
Hubertuslegende heute aktueller denn je.
Die Legende von Hubertus ist die Geschichte
einer Umkehr, ist die Legende von einem Menschen, der ehemals
auf und in die Knie zwang, was um ihn herum war, der aber
auf einmal durch das Objekt seiner nackten Begierde hindurchschaut,
dann selbst auf die Knie fällt und zu der Ordnung zurückfindet,
die jenseits von Beutetrieb und Trophäengier liegt.
Er erkennt plötzlich in seiner Beute
das Geschöpf, das heisst, er lässt Gottes Massstäbe
für sich gelten.
Die biblische Tradition nennt dieses nötige
geistliche Element in unserem Leben, diese Einsicht in die
Zusammenhänge des Lebens etwas ungewohnt, aber passend
"Demut". Mit seinem Schritt zur Demut gerät
auch Hubertus in einen neuen Einklang mit Gott und seiner
Schöpfung. Er kehrt heim in die Einheit, findet zurück
zu schöpferischer Liebe und Freiheit.
Nicht als Büttel unserer verrückten
Massstäbe, nicht als Knechte der freien Herrschsucht
und der ungezügelten Passsion sollen Menschen ihr Tage-
und Waidwerk tun, sondern im Dienste des Schöpfers, des
schöpferischen Geistes, den Christinnen und Christen
mit der Bibel "Gott" nennen.
St. Hubertus ist wirklich ein Schutzpatron.
Er schützt den Menschen vor Selbstüberschätzung
und Beziehungslosigkeit. Er lässt uns darum bitten, dass
sich der Herr, wie im Geweih des Hubertushirsches, schützend
vor seine Schöpfung stellt, dass wir alle sowohl im Menschen
als auch im Tier und in der Pflanze den Schöpfer erkennen
und ehren, dass wir seine Schöpfung schützen und
erhalten.
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